Anschnallen bitte — die langsamste Kinderkleidungsmarke der Geschichte hebt ab!
Fast fünf Jahre hat es gedauert. Ein Baby. Ein Umzug quer durch Europa. Aber das erste mitwachsende Kleid, das deinem Kind mindestens zwei Jahre passt, ist endlich fertig.
Ja, Babbily treibt Slow Fashion auf die Spitze. Heute soll man schnell scheitern. Aber manche Ideen brauchen Zeit. Meine ist durch die Jahre gewachsen — durch das Beobachten meiner Kinder, das Testen von Prototypen auf Spielplätzen und das ehrliche Lernen aus dem, was nicht funktioniert hat.
Wie alles begann
Es fing als Hobby an: alte Kleidung upcyclen, neue Hosen für meinen kleinen Sohn nähen. Dabei wäre es vielleicht auch geblieben — wenn er in diesen handgemachten Stücken nicht offensichtlich viel zufriedener gewesen wäre als in allem, was ich im Laden gekauft hatte.
Lektion eins: Schnitt ist entscheidend. Kinderkleidung muss bequem sein und viel Bewegungsfreiheit lassen. Genau das ist bei Modeketten so hartnäckig schwer zu finden.
Ein paar Jahre später. Ich hatte meinen Job aufgegeben und mich entschieden, mich voll auf die Entwicklung bequemer Hosen zu konzentrieren — noch keine Marke, erst einmal nur ein Produkt. Ich ließ mich in Schnitt und Verarbeitung ausbilden, nähte den ersten Prototyp einer mitwachsenden Hose — und erfuhr, dass ich wieder schwanger war. Und dann beschlossen wir auch noch, nach Wien zu ziehen.
Mein Sohn testete derweil fleißig den Prototyp. Die Knie gingen kaputt, bevor die Hose auch nur eine einzige Größe mitwachsen konnte.
Lektion zwei: Nach dem zweiten Lebensjahr halten Kinderhosen zwei, drei Monate — dann sind die Knie durch. Sie haben keine Chance zu wachsen.
Ich begann, mit Stoffen zu experimentieren: Ripstop, Scuba, Hanf. Vieles funktionierte ganz ordentlich — aber für eine Hose, die wirklich ein Jahr hält, brauchte es etwas, das gleichzeitig sehr robust und sehr weich ist. Die Suche dauerte.
Zwischendrin: das Kleid
Meine Tochter wuchs, also nähte ich ihr ein mitwachsendes Kleid. Es wurde ihr absolutes Lieblingskleid für den Kindergarten — und auch meines. Ein einteiliges Sommerkleid folgte. Sie ist ein sehr selbstständiges Kind und liebt es, sich alleine anzuziehen.
Lektion drei: Kinderkleidung muss einfach anzuziehen sein — keine komplizierten Verschlüsse, kein Gefummel.
Das Kleid war fertig, die Hose noch in der Testphase. Also ging ich mit dem Kleid in Produktion. COVID komplizierte alles — die Produktion wurde zweimal verschoben, einmal musste ich einen neuen Hersteller suchen, weil ganze Fabriken in Quarantäne mussten. Aber die Kleider sind angekommen.
Und dann, völlig zufällig, stieß ich auf ein österreichisches Unternehmen, das sich auf langlebige Stoffe für Sport und aktiven Lifestyle spezialisiert hat — genau das, was ich für die Knie gesucht hatte. Endlich. Die Hosen kamen kurz darauf.
Was Babbily wirklich bedeutet
Hätte ich diese drei Lektionen auch durch reine Recherche am Schreibtisch gelernt? Vielleicht. Aber sie zu leben ist eine ganz andere Erfahrung. Und genau das ist das Herzstück von Babbily: mit Kindern sein und wachsen, ihre unterschiedlichen Bedürfnisse wirklich sehen und die Herausforderungen des Elternseins aus erster Hand kennen.
Ich habe noch viel mehr gelernt unterwegs — das fließt in zukünftige Designs ein. Und falls deine Kinder inzwischen schon zu groß sind: Gib diesen Artikel weiter an Freunde, deren Kinder mitwachsende, robuste und bequeme Kleidung brauchen könnten.